Autoverwerter Marco Herrmann aus Lintig als Sponsor für kreative straffällig gewordene Jugendliche
Für die ARGE übernommen: Gottfried A. Höll - 17.12.2009
Die Autoverwertung Herrmann in Lintig nicht nur eine norddeutsche Vorzeigeverwertung!
Einsatz für die eiserne Lady
Bederkesa. Das Mädchen ist nur etwa einen Meter zwanzig groß, bringt jedoch fünfzig Kilogramm auf die Waage und ist somit deutlich übergewichtig. Das liegt daran, dass sie Augen aus gusseisernen Zahnrädern hat, ihre Zöpfe einmal eine Motorradkette waren, und dass sie auf stählernen Federbeinen daherkommt.
Sie ist fertig, die kleine, übergewichtige eiserne Lady. Bestaunt wird sie von Susanne Rheintal (Mitte), Sarah (links) und Nico, die unerkannt bleiben möchten und deren Namen die Redaktion geändert hat. Foto ens
Erschaffen wurde sie von einer Gruppe Jugendlicher, die in der Schleuse, dem Verein für die Jugendstraffälligenhilfe an dem Schmiedeprojekt „Feuer und Flamme“ teilgenommen hatten.
Nicht ganz freiwillig, denn alle hatten vom Jugendgericht eine so genannte „Arbeitsweisung“ bekommen. Dazu kann es kommen, wenn jemand zum Beispiel zu oft die Fahrkarte „vergessen“ hat, immer wieder in Raufereien verwickelt ist oder ständig wegen Bagatelldelikte auffällig wird.
„Die Schleuse bietet die Chance, die auferlegten Arbeitsstunden sinnvoll abzuleisten“, erklärt Renate Sturm, Leiterin der Einrichtung. Das geschehe unter pädagogischer Anleitung, wobei den Jugendlichen soziale Fertigkeiten vermittelt werden könnten, die es ihnen erleichtern, sich gesellschaftlichen Regeln anzupassen.
Kreativ werden
Mit dem Herbstprojekt „Feuer, Flamme und Metall“ wollte nun die Schleuse die Jugendlichen dazu anleiten kreativ zu werden, Arbeiten auszuführen, die ihnen Spaß machen und bei denen es greifbare Ergebnisse gibt. Angeleitet wurde die Gruppe vom „schmiedekundigen“ Sozialpädagogen Timm Esemann, psychologisch unterstützt von der Diplom- Psychologin Susanne Rheintal.
„Zunächst mussten wir uns überlegen, was wir eigentlich machen wollen“, erzählen Nico (20) und die 17-jährige Sarah (Namen von der Redaktion geändert). Dazu seien sie mit sechs Leuten in den Skulpturenpark Kramelheide gefahren, um sich von ungewöhnlichen Objekten inspirieren zu lassen.
Die Skulpturen aus Schrott hatten es ihnen besonders angetan und so sei man zum Autoverwerter Herrmann nach Lintig gefahren. „Marco Herrmann war richtig nett, wir konnten herumstöbern und mitnehmen, was wir brauchen konnten“, erinnert sich Susanne Rheintal. Schließlich habe er ihnen sogar noch die schweren Eisenteile in die Werkstatt der Schleuse transportiert.
flott zur sache
Nachdem klar war, wie die Figuren aussehen sollten, ging es flott zur Sache. „Ich habe Schweißen in der Berufsschule gelernt“, betont Nico. Sarah dagegen hatte keine Ahnung. „Ich wollte erst gar nicht glauben, dass ich das schaffe.“ Doch dann habe sie sich die Lederschürze vorgebunden und die Schutzmaske aufgesetzt, Nico habe sie eingewiesen; schließlich konnte sie mithelfen, die Lady sauber „zusammenzubraten“. So entstand aus einer alten Forke noch der filigrane „Kartoffelgabelgeier“, den Renate Sturm als optimistische Zukunftsorientierung interpretieren möchte – für die Jugendlichen aber auch für die Schleuse in Zeiten schwieriger, struktureller Rahmenbedingungen. (ens)
Herbstprojekt
Aktion „Feuer und Flamme“.
Die eiserne Lady soll nicht im Verborgenen stehen. Deshalb wird noch nach einem Aufstellungsort im öffentlichen Raum gesucht. Wer eine Idee hat, möge sich melden unter 04745/ 78 12 21.
Link zum Originalbeitrag der Nordsee-Zeitung

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Die Autoverwertung Herrmann in Lintig nicht nur eine norddeutsche Vorzeigeverwertung!
Einsatz für die eiserne Lady
Bederkesa. Das Mädchen ist nur etwa einen Meter zwanzig groß, bringt jedoch fünfzig Kilogramm auf die Waage und ist somit deutlich übergewichtig. Das liegt daran, dass sie Augen aus gusseisernen Zahnrädern hat, ihre Zöpfe einmal eine Motorradkette waren, und dass sie auf stählernen Federbeinen daherkommt.
Sie ist fertig, die kleine, übergewichtige eiserne Lady. Bestaunt wird sie von Susanne Rheintal (Mitte), Sarah (links) und Nico, die unerkannt bleiben möchten und deren Namen die Redaktion geändert hat. Foto ens
Erschaffen wurde sie von einer Gruppe Jugendlicher, die in der Schleuse, dem Verein für die Jugendstraffälligenhilfe an dem Schmiedeprojekt „Feuer und Flamme“ teilgenommen hatten.
Nicht ganz freiwillig, denn alle hatten vom Jugendgericht eine so genannte „Arbeitsweisung“ bekommen. Dazu kann es kommen, wenn jemand zum Beispiel zu oft die Fahrkarte „vergessen“ hat, immer wieder in Raufereien verwickelt ist oder ständig wegen Bagatelldelikte auffällig wird.
„Die Schleuse bietet die Chance, die auferlegten Arbeitsstunden sinnvoll abzuleisten“, erklärt Renate Sturm, Leiterin der Einrichtung. Das geschehe unter pädagogischer Anleitung, wobei den Jugendlichen soziale Fertigkeiten vermittelt werden könnten, die es ihnen erleichtern, sich gesellschaftlichen Regeln anzupassen.
Kreativ werden
Mit dem Herbstprojekt „Feuer, Flamme und Metall“ wollte nun die Schleuse die Jugendlichen dazu anleiten kreativ zu werden, Arbeiten auszuführen, die ihnen Spaß machen und bei denen es greifbare Ergebnisse gibt. Angeleitet wurde die Gruppe vom „schmiedekundigen“ Sozialpädagogen Timm Esemann, psychologisch unterstützt von der Diplom- Psychologin Susanne Rheintal.
„Zunächst mussten wir uns überlegen, was wir eigentlich machen wollen“, erzählen Nico (20) und die 17-jährige Sarah (Namen von der Redaktion geändert). Dazu seien sie mit sechs Leuten in den Skulpturenpark Kramelheide gefahren, um sich von ungewöhnlichen Objekten inspirieren zu lassen.
Die Skulpturen aus Schrott hatten es ihnen besonders angetan und so sei man zum Autoverwerter Herrmann nach Lintig gefahren. „Marco Herrmann war richtig nett, wir konnten herumstöbern und mitnehmen, was wir brauchen konnten“, erinnert sich Susanne Rheintal. Schließlich habe er ihnen sogar noch die schweren Eisenteile in die Werkstatt der Schleuse transportiert.
flott zur sache
Nachdem klar war, wie die Figuren aussehen sollten, ging es flott zur Sache. „Ich habe Schweißen in der Berufsschule gelernt“, betont Nico. Sarah dagegen hatte keine Ahnung. „Ich wollte erst gar nicht glauben, dass ich das schaffe.“ Doch dann habe sie sich die Lederschürze vorgebunden und die Schutzmaske aufgesetzt, Nico habe sie eingewiesen; schließlich konnte sie mithelfen, die Lady sauber „zusammenzubraten“. So entstand aus einer alten Forke noch der filigrane „Kartoffelgabelgeier“, den Renate Sturm als optimistische Zukunftsorientierung interpretieren möchte – für die Jugendlichen aber auch für die Schleuse in Zeiten schwieriger, struktureller Rahmenbedingungen. (ens)
Herbstprojekt
Aktion „Feuer und Flamme“.
Die eiserne Lady soll nicht im Verborgenen stehen. Deshalb wird noch nach einem Aufstellungsort im öffentlichen Raum gesucht. Wer eine Idee hat, möge sich melden unter 04745/ 78 12 21.
Link zum Originalbeitrag der Nordsee-Zeitung

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